Wow! Was für eine Aussage!

Quelle: canva.com

In einem Newweek-Magazin stand folgende Aussage eines Chefs, der seit 27 Jahren eine große Hotelkette führte: „99 Prozent der Mitarbeiter wollen einen guten Job machen. Wie sie dann arbeiten, ist schlicht und einfach das Spiegelbild desjenigen, für den sie arbeiten!“

Also lieber Chef: wenn es in deinem Unternehmen nicht so läuft, wie du es dir wünscht, pack dich an deine eigene Nase!

Denn: der Fisch fängt am Kopf zu stinken an! (entschuldigt meine Formfehler, aber so geht der Spruch!)

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Ist Gefühle zeigen out?

Warum zeigen wir unsere Gefühle nicht so gerne?

Wir glauben, dass Gefühle nicht mehr gezeigt werden dürfen, weil es scheinbar ein Zeichen von Schwäche ist. Und Schwächen gestehen wir uns leider nicht ein, weil sie uns angreifbar machen.

Aber was machen wir mit den vielen unangenehmen Gefühlen, wenn wir uns vom Chef ungerecht behandelt fühlen, wenn der dreiste Kollege uns wieder Arbeit zuschiebt, die eigentlich er erledigen muss, oder der Partner uns wieder einmal stehen lässt, wenn wir unseren Unmut äußern wollen?

Wir schlucken die schlechten Gefühle herunter, ziehen uns schmollend zurück und sind maßlos enttäuscht. Am allermeisten über uns selbst, weil wir es nicht gewagt haben, für unsere Werte einzustehen und unsere Meinung zu sagen. Wir schweigen, weil wir keinen Konflikt heraufbeschwören wollen…

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Warum mein Gartentor mir den Tag versüßte!

Quelle: canva.com

Vor einigen Tagen saß ich auf meiner Terrasse, ein leckeres Frühstück vor mir, mein Hund Ronnie an meiner Seite und blickte hinaus auf die Felder, diese unendliche Weite. Am Himmel flogen die Flugzeuge und ich überlegte, wo sie wohl hinfliegen. Da stieg eine leise Wehmut in mir auf. Ich spürte das Leben   und doch fühlte ich mich im Moment weit davon entfernt.

Warum war ich auf einmal nicht so froh? Gestern, als ich schlafen ging, war ichs doch noch!

Ja, es ist viel passiert in letzter Zeit. Und das machte mich sehr nachdenklich. Jeder ist so sehr mit sich selbst beschäftigt, Zuhören ist eine Rarität geworden, oft bekommt man schon Lösungen präsentiert, bevor man sein Problem dargelegt hat, Partnerschaftskonflikte werden unter den Teppich gefegt…denn Weiterlesen

Die blonde Gaby

Kennt ihr diese Kollegen, die es absolut gut verstehen, sich der Arbeit zu entziehen? Und das machen sie ganz geschickt.

Es gibt Kollegen, die es verstehen, andere so in ihren eigenen Wirkungskreis mit einzubeziehen, dass man in null komma nix in der Falle steckt, und oft merkt man es gar nicht.

Vor einiger Zeit bekam ich eine neue Kollegin. Gaby hieß sie. Sehr nett, sehr freundlich und der gleiche Typ wie ich, so dass unsere Chefin, wenn sie ihr Büro betrat, immer erst dachte, ich wäre es.

Das gefiel Gaby ganz und gar nicht, ich denke, ich war nicht hübsch genug, um mit ihr verglichen zu werden.

Gaby war sehr arbeitswillig, das hat sie zumindest unserer Chefin durchblicken lassen.

Ich mochte Gaby sehr gern und anfangs bewunderte ich sie für ihre Art, bei den Männern den Beschützerinstinkt zu wecken und musste immer lachen, wenn sie es wieder geschafft hat, mit ihrem Augenaufschlag um Hilfe zu bitten, wenn sie etwas suchte, etwas nicht verstand, ihr die Arbeit zu viel wurde, und..und.. und…

Auch wir Frauen gingen ihr regelrecht auf den Leim. Ich beobachtete das ein Weile amüsiert und dachte so manches Mal, ich bin eher diese Frau, die beweisen will, dass sie alles alleine kann und es eher als Schwäche empfand, andere um Hilfe zu bitten. Und so einen gekonnten Augenaufschlag hatte ich leider auch nicht. Bis mir eines Tages auffiel, dass Gaby ihren Unwillen ganz massiv zeigen konnte. Ihre nette Art schlug dann um in regelrechte Feindseligkeit. Sie verpasste dann auch nicht, dem Abteilungsleiter unsere unterlassene Hilfeleistung zuzustecken. Er war es dann auch, der ihr die Hilfe zukommen ließ und uns einen verständnislosen Blick zuwarf. So tanzte sie uns allen auf der Nase herum und keiner traute sich, ihr die Meinung zu sagen.

Aus dieser ach so liebreizenden Gaby wurde innerhalb eines halben Jahres ein regelrechtes Monster, die einige Kollegen wie Marionetten an den Fäden hielt.

Bis mir der Kragen platzte! Ich beobachtete, wie sie einen meiner Kollegen wieder in ihren Wirkungskreis zog und dieser unwillig sein Einverständnis gab, ihr eine unangenehme Arbeit abzunehmen. (Es gibt auch Männer, die nicht NEIN sagen können, jawoll!)

Dann sprach sie mich an, ob ich ihr eine komplizierte Arbeit abnehmen konnte, sie hätte so viel zu tun!

Als ich ablehnte, beschimpfte sie mich auf eine Art und Weise mit den Worten: sie hätte schon länger gemerkt, dass ich sie nicht gerne unterstütze und wenig hilfsbereit sei. Man müsse doch zusammenhalten usw.

Ich bot ihr an, ein gemeinsames Gespräch mit der Chefin zu suchen und unsere Stellenbeschreibung neu zu klären, da sie ja scheinbar sehr überlastet ist.

Sie wurde sehr wütend und ausfallend und teilte mit, dieses Gespräch mit der Chefin würde sie alleine führen und wollte gerade in ihrer Hektik Richtung Bürotüre laufen, als sie ausrutschte und die Bürotüre auf ihrem Hintern erreichte, dabei noch einen Papierkorb mitnahm, der sich auf dem Fußboden ergoss. Sie wurde leichenblass, stand auf, nahm ihre Handtasche und ging nach Hause. Am nächsten Tag meldete sie sich krank. Später teilte sie uns telefonisch mit, sie hätte eine neue Arbeitsstelle. Als Leiterin wohlbemerkt, denn sie wäre eine Führungspersönlichkeit, nur hätten wir das alle nicht verstanden.

Hast du auch so eine Kollegin oder einen Kollegen? Dann würde ich mich freuen, wenn du darüber berichten würdest.

Pass auf dich auf…

Wenn Gott die Würfel erfunden hätte, wäre er ein Spieler!

Quelle: h.scheuven

Dieser Artikel war mir ein persönliches Bedürfnis, doch ich erhebe keinerlei Anspruch auf Richtigkeit!

Ja, jetzt sitz ich hier vor meinem leeren Blatt. 1000 Gedanken gehen mir durch den Kopf.

Warum drehen wir Menschen uns so oft im Kreis, denken immer wieder die gleichen Dinge und erleben immer wieder die gleichen Situationen?

„Ich werde immer von anderen enttäuscht, gerate immer an die falschen…

Partner, werde immer wieder betrogen und belogen, das ist eben mein Schicksal, immer muss mir das passieren, etc.“

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Es geschehen wundersame Dinge!

Quelle: canva.com

Kennst du das?

Unser ganzes Umfeld verändert sich unmerklich, auf einmal haben wir einen anderen Beruf, vielleicht auch einen anderen Partner und einen vollkommen anderen Freundeskreis. Es passiert einfach. Irgendwann wird uns bewusst, dass alte Freunde und Bekannte sich so langsam aus unserem Leben geschlichen haben, ohne dass wir etwas dazu getan haben. Manchmal sind sie wie vom Erdboden verschluckt und wir sehen sie nie wieder, obwohl sie wohl noch im selben Ort wohnen. Wir begegnen ihnen einfach nicht mehr.

Wir haben uns von Dingen, Besitztümern und Menschen getrennt, die uns eine Zeit lang auf unseren Lebensweg begleitet haben und auf einmal passt es nicht mehr. Aber wie von alleine tauchen andere Menschen auf, die nun weitere Schritte mit uns gehen und an unserem Leben teilhaben.

Wir gehen immer weiter auf unserer Leiter der Evolution, steigen unmerklich in eine andere Dimension auf. Es kommen neue Lernerfahrungen auf uns zu und das Leben bleibt spannend.

Aber es passiert auch dies:

Wir haben das Bedürfnis, in unserem Leben so richtig aufzuräumen. Da wird unsere Wohnung entrümpelt, unser Kleiderschrank ausgemistet und manchmal trennen wir uns von Menschen, die uns scheinbar nicht guttun, ganz bewusst. Die Erleichterung ist groß und wir fühlen uns von einer Last befreit.

Und dann sitzen wir, einige Tage oder Wochen später da und uns erfüllt eine tiefe Traurigkeit.

Was ist geschehen?

Wir haben Emotionen, die mit der Vergangenheit verbunden sind. Und solange wir uns mit dem Außen beschäftigen, brauchen wir uns mit diesen Emotionen nicht auseinanderzusetzen.

Wir wollen niemanden wissen lassen, dass sich in uns eine Leere, Traurigkeit oder Schmerz befindet. Wir wollen den Anschein erschaffen, dass alles in Ordnung ist und wir das Leben voll im Griff haben, obwohl innerlich alles aus den Fugen geraten ist.

Also suchen wir Ablenkung im Außen. Je aktiver wir sind, umso weniger brauchen wir auf unsere Gefühle zu achten.

Quelle: canva.com

Wenn wir uns aber unsere Emotionen näher anschauen und eine Verbindung zu unserer Vergangenheit erkennen können, geben wir uns die Chance, diese Emotionen stark zu fühlen und dann in Liebe gehen zu lassen. Das geht am besten während einer Meditation. Nach einiger Zeit merken wir, dass wir uns an Situationen aus der Vergangenheit erinnern können, ohne die alten Emotionen zu erleben.

Denn wenn wir bedenken, dass wir die alten Emotionen mit in die Gegenwart und Zukunft nehmen, wird uns auch klar, dass wir unser Leben jederzeit selbst kreieren!

Warum lassen wir unsere Emotionen aus der Vergangenheit (zumindest die weniger schönen) nicht einfach los und besinnen uns auf die schönen Dinge des Lebens?

Das Leben ist so reich und wunderbar, du musst nur hinschauen!

Pass auf dich auf….

Ich wollte nie etwas anderes als Lehrerin werden.

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Ich riss mir die Beine für meinen Beruf aus. Für mich hat Unterrichten etwas mit Liebe zu tun. Nicht Informationsvermittlung ist das Wesentliche, sondern eine Atmosphäre der Inspiration, der Fantasie und der Entdeckerfreude zu schaffen.

Darum habe ich mich damals für eine Lehrerstelle an der Sonderschule beworben. Ich liebte diese Kinder. Kinder, die lernen wollten, denen es aber unsäglich schwerfiel. Nicht zu vergleichen mit Kindern, die könnten, aber nicht wollten.

Mit viel Einfühlungsvermögen begleitete ich die Kinder durch ihre Schuljahre und war noch bemüht, sie anschließend in eine gute Ausbildungsstelle unterzubringen. Es waren tolle Jahre, die mich aber oft an meine Grenzen brachten. Wie so viele Menschen mit großem Verantwortungsgefühl scheiterte ich am Schulsystem. Des Öfteren habe ich beobachtet, dass Kinder aus der Grundschule zu uns hinüberwechselten. Lernschwäche war jedes Mal der Grund. Von Lehrern wurde die Sonderschule empfohlen, von gutgläubigen und unwissenden Eltern akzeptiert. „Na, die Lehrer müssen es wohl… Weiterlesen

Ich habe mir mein Leben nehmen lassen!

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Ich weiß noch, als ich Lars das erste Mal sah. Es war in Köln, auf einer Ausstellung eines holländischen Künstlers, mit dem ich befreundet war. Er stand auf einmal neben mir. Wow, welch ein Exemplar von Mann. Mein Herz und meine Sinne fühlten sich direkt zu ihm hingezogen. Die nächste Zeit erlebte ich wie im siebten Himmel. Wie ferngesteuert folgte ich ihm in sein Leben. Alles, aber auch alles habe ich aufgegeben wegen ihm. Sogar den Kontakt mit meiner Familie habe ich auf Eis gelegt. Sie passten nicht zu dem gehobenen Standard seiner Familie. Nicht, dass sie es so offen sagten, nein, es passierte mit mitleidigen Blicken, abfälligen Bemerkungen etc. Lange hab` ich gar nicht registriert, dass sie von den Familienfeiern

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Ich habe allen nur Theater vorgespielt.

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Ich weiß nicht, ob meine richtigen Eltern mich abgegeben haben, weil ich einen Knacks habe, oder ob ich einen Knacks bekommen habe, weil sie mich abgegeben haben.

Das Ergebnis ist jedenfalls dasselbe. Nachdem ich es wusste, hab ich alles, was mir passierte, darauf geschoben. Jedes Mal, wenn mein Vater mich versetzte oder meine Mutter vergessen hatte, mein Namensschildchen am Geburtstagstisch zu deponieren, war es, weil ich nicht ihre richtige Tochter war. Ich habe mich ständig als ein abgeschobenes „Loser-Kind“ gefühlt, das meine Eltern aus Mitleid bei sich aufgenommen hatten. Auf einmal hat es einen Sinn ergeben, warum ich mich immer so falsch fühlte. Als wäre ich eine Betrügerin in meinem eigenen Leben. Und das hat mich erst recht wütend gemacht. Ich bin weder eine richtige Tochter, noch eine richtige Schwester. Ich bin gar nichts richtig. Vielleicht bin ich deshalb so eine gute

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Tief gefallen, was nun?

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Hier sitz ich nun! Allein! Job weg, Familie zerstört, ohne Hoffnung und das mit 36 Jahren. Einmal in der Woche besuche ich die Tagesstätte in einer psychiatrischen Klinik, wo ich lernen soll, über meine Gefühle zu reden. Ich kann das nicht!  Und das ist schlimm für mich Denn ich bin voller Zweifel über mich selbst. Ich hab das Gefühl, mein Leben vergeudet zu haben. Ich schäme mich, als Mann und Vater so versagt zu haben.

Abends liege ich im Bett, kann nicht einschlafen, und wenn doch, werde ich nachts wach, schweißgebadet und denke: „warum muss ich morgen wieder aufstehen, warum kann ich nicht einfach liegen bleiben. Dann beginnt wieder das Gedankenkarussel sich zu drehen. Wieviel Jahre hab ich schon als Sozialpädagoge gearbeitet. Wieviel befristete Arbeitsstellen hatte ich schon.

Immer, wenn ich dachte, jetzt hab ich einen sicheren Job, stand ich wieder auf der Straße, musste wieder meiner Frau in die Augen sehen und sagen: es ist vorbei!

Meine letzte Arbeitsstelle fiel mir ein, denn die hat mir den Rest gegeben. Dabei hab ich so viel Hoffnung darin gesetzt. Jugendliche sollen auf das Berufsleben vorbereitet werden, soziale und fachliche Kompetenzen erwerben.

Ich wälze mich im Bett hin und her und denke an meine Kollegen, an das Gemurmel, Geflüster, an das Verstummen der Gespräche, wenn ich den Raum betrat. „Vorsicht! Da kommt der Spitzel wieder“, oder Ähnliches, sind Gesprächsfetzen, die ich schon mal mitbekomme, wenn ich in ihre Nähe komme. Dann das Frühstück! Alle versammeln sich um den großen Tisch, erzählen, lachen, etc. Aber mich ignorieren sie. Es ist kein Stuhl für mich frei.

Keiner sagt, “ komm, setz dich zu uns!“ Nein, ich bleibe allein an meinem Schreibtisch sitzen, fühle mich unwohl.

Ich möchte aber meine Arbeit gut machen, meinen Kollegen, der wegen Krankheit wegen einem längeren Klinikaufenthalt ausgefallen ist, würdig vertreten. Kurz hatte er mich in die Arbeit eingewiesen und mir sein Passwort zum Mitschreiben genannt. Und nun muss ich feststellen, dass ich mit diesem Passwort nicht in sein Aufgabengebiet reinkomme. Bis ich kapiere: dass Passwort ist falsch! Aber ich habe es ihm doch wiederholt und er hat die Richtigkeit bestätigt!? Mir wird heiß und kalt.

Ich drehe mich im Bett auf die andere Seite. Mein Herz klopft und mir wird schlecht. Ich sehe wieder und wieder die Bilder vor meinen Augen.

Die Kollegen beobachten mich, lachen, flüstern, murmeln, sehen durch mich hindurch. Ihre Blicke sagen mir:“ frag uns jetzt bloß nicht, wir haben Pause.“ Sie öffnen eine Flasche Sekt. Ich kann es nicht glauben. In der Halle stehen Jugendliche, die darauf warten, betreut zu werden. Sie wollen in ihr Aufgabengebiet eingewiesen werden. Einer wagt es, zu fragen wann es endlich losgeht. Er wird von einem der Mitarbeiter runtergeputzt, ob er denn nicht sehen könnte, dass sie jetzt keine Zeit haben.

Ich träume wirres Zeug, wieder von der Arbeit.

Mein Gott, was ist hier los?! Die Kollegen reden über einen jungen Mann, der sehr depressiv zu sein scheint. Sie streiten sich darüber, wer ihn heute betreut, alle wollen sich der Aufgabe entziehen. Ich halte es an meinem Schreibtisch nicht mehr aus und gehe durch die Halle an die frische Luft. Was soll ich nur tun? Ich brauche diesen Job! Ich war so froh, endlich wieder eine Arbeit gefunden zu haben. Ich muss mich durchbeißen, aushalten. Konflikten aus dem Weg gehen, mich anpassen! Es wird schon besser werden. Da sehe ich an der kleinen Brücke einen jungen Mann stehen, der hinunter auf die Bahngleise schaut. Das muss der junge Mann sein, von dem die Kollegen sprachen. Ich trete auf ihn zu und versuche, mit ihm ins Gespräch zu kommen, kann ihn von der Brücke weglocken, zurück in die Halle. Wir setzen uns an einen Tisch. Er redet, ja er redet mit mir, spricht sich auf einmal alles von der Seele, was ihn belastet. Er fühlt sich so befreit, lächelt und redet, redet, redet. Die Kollegen beobachten uns durch die Glasscheibe. Auf einmal steht einer auf, kommt in die Halle und putzt mich vor dem Jungen herunter. Was ich denn da machen würde! Es wäre nicht meine Aufgabe, mich um den Jungen zu kümmern. Ich solle mich gefälligst nicht in andere Angelegenheiten mischen. Er wäre für den Jungen zuständig. Und überhaupt, er könne nicht verstehen, warum ich hier bin, hier läuft alles bestens und wir brauchen keinen neuen Kollegen. Er wolle sich mit dem Chef in Verbindung setzen und das klarstellen.

Jetzt ist es soweit, denke ich. Ich werde auch diesen Job verlieren. Ich denke an meine Frau. Sie hält mich sowieso schon für einen Versager, weil ich als Sozialpädagoge nur befristete Jobs bekomme und das Geld vorne bis hinten nicht reicht. Ich habe Angst. Sie hat mir gedroht, sie würde mich verlassen, wenn ich auch diesen Job verliere. Sie will weg von mir und mit ihr meine kleine 4-jährige Tochter, die ich über alles liebe. Ich falle in ein tiefes schwarzes Loch.

Ich bin von der Kur zurück. Meine Frau hat einen anderen Mann kennengelernt, setzt mich vor die Türe. Ich bin krank, arbeitslos und sitze nun zu Hause in meiner kleinen Wohnung. Eigentlich ist es nur ein Zimmer mit Balkon, mehr kann ich mir nicht leisten.

Ich fühl mich ausgebrannt, innerlich leer und ohne Hoffnung! Mir fehlt die Kraft, mich irgendwo zu bewerben, komme mit dem Hintern nicht hoch, schiebe alles vor mir her. Und immer wieder diese Bilder!

Mein einziger Lichtblick ist meine kleine Tochter, die ich jedes Wochenende bei mir habe. Sie ist der Grund, warum ich noch am Leben bin.

Da kommt die WhatsApp von Marion. Ich kenne sie von einer früheren Arbeitsstelle. Wir treffen uns in einem Café und wir reden. Und auf einmal kann ich es. Ich rede mir alles von der Seele.

Fast 3 Stunden lang sitzen wir dort und sie hört mir aufmerksam zu. Mir wird im Gespräch schon klar, dass ich so sehr von Angst besessen war und darum Verhaltensweisen zeigte, die gar nicht meiner Art entsprachen. Sie fragt mich, ob sie Notizen machen darf. Möchte ich eigentlich nicht, erlaube es aber dann doch. Obwohl: veröffentlichen wollte ich die Geschichte nicht. Weil ich mich schäme!

Später schickt sie mir die Geschichte zur Überprüfung per Email und entlockt mir nun doch mein Einverständnis zur Veröffentlichung. Warum nicht, denke ich, es ist so viel Zeit vergangen. Das Gespräch tat mir gut und auf einmal ist da wieder ein Hoffnungsschimmer, ein kleines Licht am Horizont. Jemand, der mir einen Weg zeigt, einen Weg ins Licht, einen Weg, der mich herausführt aus dieser verdammten Depression.

Wir arbeiten dran!